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Das Mädchen mit den Schwefelhölzchen
mit Texten nach alten Märchen von Markus Jaroschka
Dies LP ist ein frühes und ganz typisches Beispiel für
Paul M. Musyls Raum-Zeitreisen. Alt und neu, Vergangenheit
und Gegenwart verbinden sich hier zu einem unverwechselbaren
Sound. Einerseits bezieht sich die moderne Lyrik Markus Jaroschkas
auf uralte Märchen - gesungen von Joseppa - und andererseits
ziehen avantgardistisch anmutende Kompositionstechniken ein.
Die damals übliche Instrumentierung wurde durch verschiedenste
Solisten und ein Streichquartett erweitert und obwohl bereits
1981 aufgenommen, ein im besten Sinne moderner Klang. Tatsächlich
scheint diese Aufnahme aus dem unerschöpflichen Reservoir
der ewiggültigen Töne zu schöpfen, die Klassik
des 21. Jahrhunderts!
Prinz und Prinzessin von und zu Lichtenstein luden auf die
Riegersburg in Steiermark ein. Die berühmte Riegersburger
Orgel aus dem Jahre 1672 war in der Komposition, dem Märchen
vom "Rapunzel" berücksichtigt worden. Mit dem
erlesenen Publikum, das für die Soundkulisse zuständig
war, wurde "Rapunzel" live eingespielt, wobei Landeshauptmann
Dr. Josef Krainer kräftig die Pauken schlug.
Alle anderen Titel wurden im Magic-Sound-Studio in Graz in
8-Spur-Technik von Andi Beit aufgenommen. 3045 Langspielplatten
(120 488) wurden 1981 aufgelegt und sind schon lange vergriffen.
Ein Geschenk an den Verein 'Ein Prozent für behinderte
Kinder und Jugendliche' in Zusammenarbeit mit Dr. Werner Gobiet.
Markus Jaroschka
ist als Lyriker bekannt geworden. Seine gedanklichen Spuren
kommen aus der Beschäftigung mit Philosophie und Mathematik,
die ihn, immer auf das Wesentliche ausgerichtet, denkerisch
geprägt haben. Seine Leitfigur des sprachlichen
Schauens ist der Philosoph Ludwig Wittgenstein, der
die Erkenntnisgrenzen der Sprache aufgesucht hat, um in einer
vordergründigen Welt die Frage nach dem Dahinter, dem
Mystischen, nicht zu verlieren.
Jaroschka versucht, literarisch zu philosophieren. Denn die
sprachliche Oberfläche zeigt ihm nicht die wirkliche
Welt, tiefer taucht er das Senkblei der Sprache in oft unbewusste
menschliche Regungen. Er weiß um die Metaphysik der
Märchen, die uralte Erfahrung von Liebe, Erotik, Glück,
Leid und Bosheit verbinden. Im Zauberkosmos des Märchens
tummeln sich die archaischen Lebensfiguren der Alten mit den
auch heute noch gültigen Erfahrungen. Auch wir selbst
spielen tagtäglich die Rollen von Königen, Prinzessinnen,
Hexen und Kobolden, guten und bösen Feen, agieren mit
unseren Wünschen, Hoffnungen und Enttäuschungen
in einer fast entzauberten Welt. Jaroschka glaubt an das Wiederkommen
eines Zeitalters der Poesie, eines Zeitalters mit einer Grammatik
der neuen Gefühle, denn dort wird eine neue Zärtlichkeit
in uns sein.
!! auch bereits als CD erhältlich !! |