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Toleranz Graz 95
I n t e r r e l i g i ö s e M e d i t a t i o n
CHRISTENJUDENBUDDHISTENMOSLEMS
gemeinsam am Grazer Schlossberg 27. Juni 1995
zur Musik:
Der Grazer Komponist Paul M. Musyl zeichnet für das musikalische
Gesamtkonzept dieser Veranstaltung ein musikalisch-visuelles
Bild. Weil Musik sich auf einer grundsätzlichen Ebene
als Rhythmus manifestiert, um sich über den Bereich der
Töne schließlich zu Farbe und Licht zu verwandeln,
bezieht er jeden dieser musikalischen Räume ein.
Der Rhythmus entsteht mit Hilfe der Elemente, indem Erde auf
eine Membran gesät wird, Wasser- und Feuerbecken und
eine alte Windmaschine Töne erzeugen. Melodien und Harmonien
aus den musikalischen und liturgischen Themen der jeweiligen
Religion fließen ineinander über; die den Religionen
zugeordneten Farben finden mit den ihnen entsprechenden Frequenzen
in den Harmonien Verwendung. Das Gemeinsame kommt schließlich
in der Akklamation mit dem Titel Om/Amen für
den Doppelchor und die Anwesenden zum Ausdruck. Zwei tibetische
Lieder werden von Joseppa im Original gesungen, der Chor rezitiert
und singt die Übersetzung.
zur Meditation:
Alle bedeutenden Taten dieser Welt beginnen mit einer Idee.
Jedes positive Ereignis lässt sich auf einen manchmal
in Vergessenheit geratenen Punkt zurückführen,
an dem der erste Schritt gesetzt wurde.
Der Wunsch, ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, war wohl das
Wichtigste an dieser interreligiösen Meditation und möglicherweise
der Beginn einer Tradition. Warum sollte es nicht möglich
sein, von diesem Berg aus, dem Grazer Schloßberg, eine
grenzüberschreitende, spirituelle Bewegung in Gang zu
setzen, einen Kreis der Toleranz zu bilden, der sich ausbreitet
und die Idee einer friedvollen Kompromissbereitschaft gegenüber
Andersgläubigen keimen lässt.
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